15. Juni 2021

Schwere Verläufe häufiger

Wie bereits Mitte des Jahres in einem Bericht des Bundesgesundheitsministeriums festgestellt, wurden im Pandemie-Jahr 2020 in deutschen Krankenhäusern rund 40 Prozent weniger Herzinfarkte behandelt. Die Zahl der behandelten Infarkte ist zwar gesunken, doch die Zahl der schweren Verläufe und Komplikationen stieg laut klinischen Erfahrungen an. Die Gründe dafür sind zahlreich:
Ein großes Problem ist, dass sich Patienten aus Angst vor einer COVID-Infektion erst viel zu spät beim Arzt vorstellen und komplizierte Verläufe dadurch begünstigt werden. Zudem ist COVID-19 besonders schädlich für Menschen mit ohnehin angegriffenem Herzen. Die Infektion kann eine Herzmuskelentzündung hervorrufen oder verstärken und einen akuten Herzinfarkt auslösen, außerdem entsteht durch das Coronavirus eine höhere Thromboseneigung.

Früherkennung ist wichtiger denn je

Nach wie vor ist eine gute Früherkennung entscheidend für den Heilungsverlauf, eine Verschleppung kann tödlich sein und ist meist mit deutlich mehr Komplikationen verbunden. Ein regelmäßiger Check-up ist daher besonders in Corona-Zeiten zu empfehlen.
Um die Folgen der Pandemie für Herz-Kreislauf-Erkrankte und die Behandlungsmöglichkeiten der Erkrankungen zu verbessern hat die Deutsche Herzstiftung im Rahmen der „Covid-19-Projektförderung“ 2021 14 Forschungsprojekte mit insgesamt 1 Mio. Euro gefördert.

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