15. Juni 2021

Weniger Herzinfarkte behandelt

Laut einer Studie des Bundesgesundheitsministeriums während der Coronapandemie 2020 ging die Zahl der stationär behandelten Fälle in Deutschland zwischen Januar und Mai um 15 Prozent zurück – zwischen Mitte März und Ende Mai sogar um 30 Prozent. Für den Bericht wurden die Daten von Januar bis Ende Mai 2020 mit dem Mittelwert der Daten aus 2018 und 2019 desselben Zeitraums verglichen. Die Zahl der Schlaganfälle ging um sechs Prozent zurück, die Zahl der stationär behandelten Herzinfarkte um 11 Prozent. Auch Österreich, Spanien, Italien, USA und China melden einen Rückgang der stationär behandelten Fälle, durchschnittlich um bis zu 40 Prozent.
Leider bedeutet der Rückgang der behandelten Fälle nicht, dass sie nicht aufgetreten wären, sondern dass die meisten erkrankten Menschen trotz akuter Krankheitssymptome nicht zum Arzt gegangen sind, insbesondere während akuter Phasen der Pandemie. Teilweise wurden die Infarktsymptome nicht ernst genommen, die Krankheit wurde „zuhause ausgehalten“, aus Angst, sich im Krankenhaus mit COVID anzustecken, oder im ohnehin überlasteten Gesundheitssystem keinen geeigneten Ansprechpartner zu finden. Herzsportgruppen konnten in der Pandemie nicht stattfinden, die Isolation trug zur psychischen Belastung bei.
Dabei gehen Herzinfarkte nicht „einfach so“ vorbei, sondern müssen behandelt werden, sonst können ernsthafte Folgeschäden auftreten. Unabhängig vom Pandemieverlauf sollte schon bei den ersten Symptomen sofort ein Arzt aufgesucht werden, um einen Herzinfarkt möglichst frühzeitig zu erkennen und behandeln zu können.

Um den Artikel als PDF herunterzuladen klicken Sie bitte auf das PDF-Icon. Download PDF